Recht und Datenschutz · N-02

Seit 2. August: KI-Kennzeichnung im Betrieb. Was Sie tun müssen und was die Anbieter schon erledigen.

Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten der EU-KI-Verordnung auch für den Malerbetrieb und die Bäckerei. Gleichzeitig hat Anthropic angekündigt, dass jeder Text aus Claude ein Wasserzeichen trägt. Beides gehört zusammen, und beides ist weniger Arbeit, als es klingt.

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01Was seit dem 2. August gilt

Artikel 50 der KI-Verordnung (EU AI Act) verlangt Transparenz, sobald Menschen mit KI zu tun haben, ohne es zu merken. Die Deutsche Handwerks Zeitung hat am 17. August 2026 zusammengefasst, was das für Betriebe heißt. Drei Punkte betreffen fast jeden:

  • Ein Chatbot auf der Website oder im Kundenservice muss auf den ersten Blick als KI erkennbar sein. Ein Satz zu Beginn des Gesprächs reicht in der Regel.
  • KI-Bilder, die echt wirken, müssen gekennzeichnet werden, etwa der Meister, den eine Bild-KI in eine Baustellenszene setzt. Die Kennzeichnung steckt in Metadaten oder einem Wasserzeichen; dafür gilt eine Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026. Eine erkennbar abstrakte Grafik ist nicht betroffen.
  • KI-Texte zu Themen von öffentlichem Interesse brauchen einen Hinweis oder eine fachliche Prüfung durch einen Menschen. Wer die KI nur als Rechtschreib- oder Formulierungshilfe nutzt, ist ausgenommen. Das Angebot an den Kunden fällt nicht darunter, der Fachbeitrag auf der Website schon eher.

Dazu kommt eine Pflicht, die schon seit Februar 2025 gilt: Wer KI im Betrieb einsetzt, muss dafür sorgen, dass die Mitarbeiter damit umgehen können, und das dokumentieren. Ein Schulungsnachweis im Ordner genügt.

02Was die Anbieter inzwischen selbst erledigen

Die Verordnung nimmt auch die Hersteller in die Pflicht. Anthropic hat am 14. August 2026 beschrieben, wie das bei Claude aussieht: Alle Modelle, die seit dem 2. August in der EU erscheinen, tragen in jedem erzeugten Text ein Wasserzeichen. Es werden keine unsichtbaren Zeichen eingefügt. Stattdessen fällt die Wortwahl an unkritischen Stellen, an denen mehrere Wörter gleich gut passen, nach einem geheimen Muster aus. Ein Prüfdienst kann später erkennen, ob ein Text diesem Muster folgt. Für ältere Modelle wird das bis Dezember nachgerüstet.

Drei Dinge daran sind für einen Betrieb wichtig. Das Wasserzeichen lässt sich nicht abschalten. Es kostet nichts und ändert die Qualität nicht. Und es verrät nicht, wer den Text erzeugt hat, nur dass Claude beteiligt war. Eine Angebotsmail, die Ihr ERP mit Claude vorformuliert, bleibt also erlaubt und unverändert, sie ist nur nicht mehr anonym KI-frei. Wer sie vor dem Versand liest und anpasst, hat ohnehin getan, was die Verordnung will.

03Was das für Calisoft heißt

Bei unseren Kunden laufen KI-Texte an drei Stellen: im ERP (Angebotstexte, Mailentwürfe, Erklärungen zu Fehlern), in den Agenten (Berichte, Journal-Einträge) und in der Schulung. Für alle drei gilt: Ein Mensch liest, bevor etwas den Betrieb verlässt. Das war schon vorher unsere Regel, jetzt ist es auch die rechtliche Linie.

Vier Punkte prüfen wir gerade:

  1. Ein sichtbarer KI-Hinweis in jedem Kunden-Bot, den wir bauen, als fester Baustein statt als Option.
  2. Metadaten in den Bildern, die unsere Artikel-Illustrationen erzeugen. Die Collagen sind erkennbar abstrakt und damit nicht kennzeichnungspflichtig, sauber ist es trotzdem.
  3. Eine KI-Richtlinie als Vorlage im Unternehmens-Vault: welche Werkzeuge der Betrieb nutzt, wer freigibt, wo der Schulungsnachweis liegt. Eine Textdatei, die bei einer Prüfung die Fragen beantwortet.
  4. Den Schulungsnachweis als Teil unserer Seminare, damit der Ordner nach dem Kurs vollständig ist.

Termine nennen wir, wenn etwas fertig ist.

04Was Sie diese Woche tun können

  • Chatbot auf der Website? Ersten Satz prüfen. Steht dort, dass es eine KI ist?
  • Realistische KI-Bilder in Werbung oder Social Media? Kennzeichnen oder bis Dezember durch gekennzeichnete ersetzen.
  • Eine Seite im Ordner: Wer nutzt welche KI wofür, wer hat wann die Einweisung bekommen. Datum, Unterschrift, fertig.

Weiterlesen: KI für Kleinbetriebe: Wo anfangen? und Was ein KI-Agent wirklich ist.

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